Herausforderung Hangwasser

Treffen in Tumeltsham und Altheim: Interreg-Projekt "Hillslope" schafft Bewusstsein 

Treffen in Tumeltsham

Mehr als 60 Landwirtinnen und GemeindevertreterInnen informierten sich am 14. November in Tumeltsham und am 21. November in Altheim zum Thema Klimawandel und Hangwasser und diskutierten über Handlungsmöglichkeiten. Die Veranstaltungen fand im Rahmen des Interreg-Projektes „Hillslope“ statt, bei dem gemeinsam mit Land OÖ und Klimabündnis grenzüberschreitende Lösungsansätze zur Vorbeugung von Hangwässern entwickelt und umgesetzt werden. 

„Das Jahr 2018 ist bisher eines der trockensten Jahre der Messgeschichte im Innviertel, nur rund die Hälfte der Niederschläge des jährlichen Mittels ist bis dato gefallen. Vor allem die Verteilung stellt das Problem dar, weil klimawandelbedingt die Extreme zunehmen und teilweise in kürzester Zeit große Regenmengen fallen, die kleinräumig zu großen Schäden als Hangwasser führen können“, stellte Wolfgang Traunmüller von Bluesky-Wetteranalyse die Situation dar.

Franz-Xaver Hölzl von der „Boden.Wasser.Schutz.Beratung“ stellte viele praxisbezogene Beispiele vor, wie sich Landwirte noch stärker für diese Herausforderungen wappnen können: „Für die Landwirtschaft, die die Werkstatt unter freien Himmel hat, stellt das natürlich eine große Herausforderung dar. Gleichzeitig beeinflusst die Bewirtschaftungsweise auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Schäden durch Hangwasserfluten auftreten,“ so Hölzl.

Hillslope - Maßgeschneiderte Lösungen durch grenzüberschreitende Kooperation

In den letzten Jahren haben intensive Niederschläge zu großen Schäden durch Hangwasserfluten geführt. Da weder Klimawandel noch Regengüsse vor Grenzen Halt machen, wurde das grenzüberschreitende und von der EU geförderte Projekt „Hillslope - Mangement von Hangwasserabflüssen im Einzugsgebiet der Gemeinden Altheim, Passau und Tumeltsham“ gestartet:

Gemeinsam arbeiten nun Institutionen und regionale Akteure im Grenzraum Oberösterreich-Bayern daran, dem Phänomen Hangwasserfluten entgegenzuwirken. Dafür sind bauliche Maßnahmen, Bewusstseinsbildung und ein vorsorgender Bodenschutz im Sinne einer Klimawandelanpassung zentrale Schritte, die bis 2020 umgesetzt werden.

Da die Thematik des flächendeckenden Schutzes vor Hangwasserfluten derzeit noch relativ neu ist, ist ein enger Wissenstransfer sowohl für Bayern als auch für Oberösterreich essentiell. Um zukünftigen Hangwässern begegnen zu können, werden für die Gemeinden Altheim und Passau in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt Deggendorf (Bayern), der Wildbach- und Lawinenverbauung Sektion Oberösterreich und der Bundeswasserbauverwaltung von Oberösterreich Managementkonzepte erstellt. Die Gemeinde Tumeltsham verfügt bereits über ein Konzept zur baulichen Reduktion der Hangwassergefahr und wird im Zuge dieses Projektes wesentliche Teile dieses Konzeptes umsetzen.

Je nach den örtlichen Verhältnissen muss eine maßgeschneiderte Kombination von Maßnahmen entwickelt werden, um der Hangwassergefahr bestmöglich entgegenwirken zu können. Dabei steht im Fokus des Projektes die Errichtung von technischen Anlagen zur geregelten Ableitung von Hangwässern. Da hierzu nur geringe Erfahrungswerte bestehen, soll im Interreg-Projekt ein vorliegendes Hangwasserschutzkonzept in der Gemeinde Tumeltsham umgesetzt werden, welches dem Schutz des Ortszentrums, der Infrastruktur und von Wohnbebauung dient. Auch wenn das Projekt in einer grenzfernen Gemeinde umgesetzt wird, verspricht es einen erheblichen Erfahrungsgewinn und wesentliche Erkenntnisse für zukünftige Schutzprojekte.

„Die Landwirtschaft übernimmt für die Gesellschaft eine wichtige Aufgabe, indem sie versucht die Wassermassen eines Starkregenereignisses bestmöglich auf der Fläche zu versickern. Nur wenn Landwirtschaft und Gemeinde gemeinsam an einem Strang ziehen, können Gefahr und Schäden durch Hangwässer reduziert werden“, sind sich die Bürgermeister und Ortsbauern-Obmänner beider Gemeinden einig. 

Foto Tumeltsham: v.l.n.r.: Mag. Wolfgang Traunmüller, bluesky Wetteranalyse, Dr. Max Schneglberger, Dienststellenleiter Bezirksbauernkammer Ried-Schärding, DI Franz-Xaver Hölzl, Boden.Wasser.Schutz.Beratung, DI Torben Walter, Land OÖ, Mag. Gerlinde Larndorfer, Klimabündnis OÖ, Josef Diermayer, Bezirksbauern-Obmann, Bürgermeister Erwin Diermayr und Ortsbauern-Obmann Johann Aichinger; Credit: Klimabündnis

Foto Altheim: mit v.l.n.r.: DI Torben Walter (Land OÖ), Bgm. Franz Weinberger, Wolfgang Traunmüller (Bluesky Wetteranalyse), Gerlinde Larndorfer (Klimabündnis OÖ), Josef Detzlhofer (Bezirksbauernkammer Braunau), Franz-Xaver Hölzl (Boden.Wasser.Schutz.Beratung) Ortsbauern-Obmann Vbgm. Rudolf Wintersteiger

Treffen in Altheim
nach oben

X

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen