Eröffnung Kostbare Landschaften Ottensheim

Letzten Samstag durften Interessierte einen genussvollen Blick in das Projekt „Kostbaren Landschaften“ in Ottensheim werfen. Der Rundgang präsentierte vielfältige Möglichkeiten, wie eine Gemeinde schrittweise „essbar“ gestaltet werden kann. Fruchtige Bepflanzungen, wie auch Lehmbauprojekte und ein gemeindeeigenen Obstbaumvermehrungsgarten, wo über 300 regionale Obstbäume gedeihen, sind im Rahmen dieses partizipativen Projektes seit 2014 entstanden.

Öffentliche Flächen können mehr bieten als Rasenflächen und Zierpflanzen, dies veranschaulicht das eindrucksvolle Ergebnis des dreijährigen Pilotprojektes „Kostbare Landschaften Ottensheim“. Gemeinsam mit dem Permakultur-Experten Josef A. Holzer, dem Sohn des Agrar-Rebellen“ aus dem Lungau, wurde vor Ort ein Konzept erstellt, um öffentliche Flächen für das gemeinsame bepflanzen, pflegen und nützen verfügbar zu machen.

Der Spaziergang startete beim Cordwood-Lehm-Kiosk im 3-Ferdl-Park an der Donau. Dieser Kiosk ist ein Schaubeispiel für unterschiedliche Lehmbauwände. Diese Konstruktion ist im geschlossenen Verbau wärmedämmend und wird für Lagerräume bis hin zum Hausbau angewandt. Entlang von Wegen, am Rodlgelände sowie bei der Neuen Mittelschule laden Naschhecken  zukünftig Jung und Alt ein zum Ernten und Genießen. Immer der Nase nach ging es weiter zum Lehmofen bei der Volksschule, wo bereits Brot gebacken wurde. Einzig aus Naturmaterialien wurde mit den Kindern der Volksschule ein Lehmofen gebaut, der an diesem Tag für die Interessierten eingeheizt wurde. Wolfgang Landl der Initiator dieser Projektidee meint: „Es soll den Kindern die Chance gegeben werden, die Freude am Brotbacken, sowie allgemein am Kochen und an der Natur anhand von Outdoor-Erlebnissen zu entwickeln.“ Ein Hügelbeet und ein Hochbeet mit integrierter Gartenbank wie auch Werkzeugtruhe bereichern den bestehenden Schrebergarten. Dort wurde ein Permakultur-Gemeinschaftsgarten angelegt, der bereits seit 2014 Früchte trägt. Ein leerstehendes Glashaus der Gärtnerei Grabner wurde in Kooperation mit der Kartonmöbelfirma papplab GmbH zu einem nutzbaren Raum für Seminare und Workshops umgewandelt. Diese Art der Leerstandsnutzung wurde ebenfalls in diesem Projekt initiiert und verwirklicht.

Unter breiter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, sowie örtlicher Vereine und Initiativen bis hin zu den Asylwerbern konnten viele Ideen in Begleitung anfangs durch DI Christoph Wiesmayr und als Karenzvertretung durch DI Renate Schernhorst vom Klimabündnis Oberösterreich umgesetzt werden. Auch bei den laufenden Arbeiten, beim Ernten und Genießen der neu entstandenen Flächen waren viele engagierten Menschen mit dabei, von denen dieses Projekt maßgeblich auch weiterleben wird.

„Die Ideen in diesem Projekt kamen oft direkt von den Bürgerinnen und Bürgern, die die Gelegenheit nutzen, sich aktiv in einer ganz unkonventionellen Form in der Gemeinde einzubringen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klima- wie auch Bodenschutz zu leisten. Und auf die Gruppe konnten wir uns immer verlassen!“, äußert DI Renate Schernhorst vom Klimabündnis Oberösterreich.

Ein zentraler Punkt war die Einbindung der Vereine und Initiativen in der Gemeinde, dabei ist es wichtig, dass sich die BürgerInnen mit dem Projekt identifizieren und dieses auf längere Zeit begleiten wollen. Der Verein für Verschönung und Lebensqualität in Ottensheim und der Verein der Streuobstwiesen in Ottensheim werden gemeinsam mit der Gemeinde dafür sorgen, dass das Projekt auch weiterhin Früchte trägt.

Kostbare Landschaften sind Flächen und Plätze, an denen Erholung, Austausch und Genuss zusammenfinden. „In seiner Gesamtheit ist das Projekt ein stetig weiter wachsender Beitrag zur Ernährungssouveränität und Bodenbewusstseinsbildung in der Gemeinde“, meint Norbert Rainer der Regionalstellenleiter des Klimabündnis OÖ.

Hintergrund:

„Kostbare Landschaften“ in Ottensheim sind ein in Oberösterreich einzigartiges Projekt,  bei dem auch Erfahrungen für andere Gemeinden gemacht werden sollen und überprüft werden wird, ob und wie ein derartiges Projekt in andere Gemeinden übertragbar ist.

Dank vielfältig engagierter Bürgerinnen und Bürger hat sich Ottensheim in den letzten drei Jahren zu einer „essbaren Gemeinde“ entwickelt. Diese wortwörtlich „kostbare Landschaft“ wurde nun am 15. Oktober offiziell eröffnet,  wozu zahlreiche BesucherInnen gemeinsam einen Blick in die Kostbaren Landschaften warfen.

Ermöglicht wurde dies durch die Begleitung des Klimabündnis OÖ sowie durch Förderungen des Umweltressorts des Landes OÖ, der Dorf- und Stadtentwicklung (DOSTE) und der Marktgemeinde Ottensheim.

Projekthomepage: www.kostbare-landschaften.at

nach oben

X